CTA-Modelle - Auslagerung und Finanzierung von Pensionsverpflichtungen und Intelligente Lösungen betrieblicher Altersvorsorge

Das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilMoG) bringt neue Bilanzierungs- und Bewertungsvorschriften für Pensionsverpflichtungen mit dem Ziel, diese den internationalen Standards anzupassen und Diskrepanzen zwischen wirtschaftlicher Realität und Bilanzierungspraxis auszutarieren.

Dies betrifft genau so den Mittelstand, weil die Banken bei der Kreditvergabe in der Folge von Basel II gegenüber Pensionsrückstellungen sensibel sind und bei Fragen zur Unternehmensnachfolgeregelung bzw. des Unternehmensverkaufs der neue Eigentümer den Betrieb meist ohne Pensionsverpflichtungen übernehmen will. Daher ist die Auslagerung und Ausfinanzierung von betrieblichen Pensionen im Mittelstand ein hochaktuelles Thema.

Aber auch bei neuer betrieblicher Altersvorsorge für Gesellschafter-Geschäftsführer, Geschäftsführer und Führungskräfte von Kapital-Gesellschaften sind flexible und steueroptimierte Wege gefragt, die den veränderten rechtlichen Rahmenbedingungen und Schwankungen bei den Unternehmens-Gewinnen Rechnung tragen.

1. Auslagerung und Ausfinanzierung bestehender Pensionsverpflichtungen

Mögliche Wege der Auslagerung von Pensionsverpflichtungen im Vergleich

Bei der Auslagerung und Ausfinanzierung bestehender Pensionsverpflichtungen konkurrieren verschiedene Wege der betrieblichen Altersvorsorge miteinander, nämlich Unterstützungskasse, Pensionsfonds/Kassen oder Direktversicherungen.

Bei der Unterstützungskasse scheitert die Auslagerung oft daran, dass die Dotierungsmöglichkeiten für die Anwärter begrenzt sind. Während die Rückstellung aufgelöst wird und zu einem a.o. Ertrag führt, kann nur mit gleich bleibenden oder steigenden Zuwendungen die Unterstützungskasse mit Vermögen ausgestattet werden (§4b; 1d EStG).

Bei der Pensionskasse und der Direktversicherung verhindert der lohnsteuerliche Zufluss beim Arbeitnehmer die Auslagerung. Lediglich im speziellen Fall der Liquidation des Unternehmens bestehen lohnsteuerlich Ausnahmeregelungen (§ 3 Nr. 65 EStG). Allerdings ist dieser Weg der sog. Liquidationsdirektversicherung auch sehr kostenintensiv. Der Pensionsfonds ist dahingehend steuerlich begünstigt, dass Beiträge zur Übernahme bestehender Pensionsverpflichtungen durch den Pensionsfonds gem. § 3 Nr. 66 EStG beim Arbeitnehmer nicht zur Lohnsteuerpflicht führen, wenn der Arbeitgeber diese Beiträge nicht in voller Höhe im Jahr der Zahlung als Betriebs-Aufgaben geltend macht, sondern nach § 4e Abs. 3 EStG für den Teilbetrag, der die Höhe einer gleichzeitig aufzulösenden Pensionsrückstellung übersteigt, eine Verteilung auf die folgenden zehn Jahre vornimmt.

Allerdings sind nach Übertragung der Pensionsverpflichtungen auf den Pensionsfonds keine Kapitalzahlungen mehr möglich, da der Pensionsfonds gesetzlich verpflichtet ist, die Altersvorsorgeleistung nur in Form einer Rente zu erbringen.

Zusätzlich bedarf der Wechsel von der Direktzusage in die Unterstützungskasse oder den Pensionsfonds der Zustimmung durch den Arbeitnehmer und ggf. der Mitbestimmungsorgane und produziert damit nicht nur zusätzlichen bürokratischen Aufwand sondern auch zusätzlichen Beratungsbedarf.

Ein Gruppen-CTA jedoch bietet gegenüber den anderen, bereits genannten Wegen bei der Auslagerung und Ausfinanzierung von Pensionsverpflichtungen erhebliche Vorteile:

  • Der Arbeitgeber kann die Zuwendung an die Treuhand vollkommen flexibel gestalten und ist weder an aufsichtsrechtlich überwachte Geschäftspläne wie beim Pensionsfonds noch an steuerliche Grenzen gebunden
  • Bei der Ausfinanzierung über ein CTA ist keine Einbindung von Arbeitnehmern oder Mitbestimmungsorganen erforderlich. Dies liegt daran, dass die arbeitsrechtliche Versorgungszusage von der Vermögensübertragung auf einen Treuhänder unberührt bleibt
  • Die steuerlichen Gegebenheiten für den Leistungsanwärter bleiben unverändert
  • Die Möglichkeit zur steuerwirksamen Bildung von Rückstellungen (§6a EStG) bleibt erhalten.

2. Grundsätzliches zum CTA

Was ist ein CTA?

Ein CTA – Abkürzung für Contractual Trust Arrangement - ist ein Modell der betrieblichen Altersvorsorge, bei dem das Unternehmen die Pensionszahlungen und -forderungen aus der eigenen Bilanz ausgliedert, in dem es diese auf eine Treuhandgesellschaft überträgt. Das von der Treuhand verwaltetet Vermögen darf ausschließlich zum Zweck der Erfüllung der Pensionsverpflichtungen verwendet werden.

Die Gründung eines eigenen CTA wird auf Grund der dafür aufzuwendenden personellen und finanziellen Mittel für den Mittelstand nicht in Frage kommen. Am Markt hat sich aber bereits eine Reihe von Anbietern etabliert, die dieses Modell in Form eines Gruppen-CTA durchführen. Die Angebote unterscheiden sich jedoch hinsichtlich der über den Treuhänder umsetzbaren Kapitalanlagekonzepte und rund um die Vermögensverwaltung angebotenen Servicedienstleistungen.

Kapitalanlagelösungen beim CTA in Abhängigkeit von den Zielen des Treugebers

Grundsätzlich kann in einem CTA eine große Bandbreite von Vermögensanlagen genutzt werden. Wichtig für die Anerkennung des Vermögens als Planvermögen ist jedoch, dass die Vermögenswerte

tatsächlich und ausschließlich für die Erfüllung der Versorgungsverpflichtungen zur Verfügung stehen. Kriterien für die Kapitalanlage sind:

  • Die Art und die Struktur der Pensionsverpflichtung
  • Renditeziele, wobei meist eine Zielrendite i.H. des bei der IFRS-Bewertung der Verpflichtung anzusetzenden Zinssatzes angestrebt wird
  • Risikoneigung des Treugebers
  • Steuerlich Aspekte, da das vom CTA verwaltete Vermögen steuerlich dem Treugeber zugeordnet bleibt.

Die geltenden aufsichtsrechtlichen Anforderungen an das Gruppen-CTA ermöglichen, mit geeigneten Spezial- und Publikumsfonds sowie Versicherungs-Lösungen eine maßgeschneiderte Kapitalanlage für die Bedürfnisse der unterschiedlichen Treugeber umzusetzen.

Insolvenzsicherung der Altersvorsorge über einem Gruppen-CTA

Nicht für alle betrieblichen Vorsorgeansprüche besteht ein gesetzlicher Insolvenz-Schutz. Da der Pensions-Sicherungs-Verein e.V. (PSV) nur bis zu bestimmten Höchstgrenzen und nur für Arbeitnehmer bzw. Personen, die keine unternehmerähnliche Stellung haben bei Insolvenz des Unternehmens aufkommt, können leitende Angestellte, Geschäftsführer und Gesellschafter-Geschäftsführer den Insolvenzschutz ihrer betrieblichen Altersvorsorge mit einem CTA-Modell verbessern. Mittels einer sog. Sicherungstreuhand wird eine privat-rechtliche Absicherung gesetzlich nicht geschützter Ansprüche ermöglicht.

Die Auslagerung und Ausfinanzierung von Pensionsverpflichtungen bewirkt nicht nur mit dem Inkrafttreten des BilMoG eine Bilanzverkürzung, sondern stellt auch die betriebliche Altersvorsorge auf eine solide nachhaltige Basis. Das CTA-Modell bietet dazu die besten Möglichkeiten, weil es attraktive und innovative Kapitalanlagen in einem breiten Spektrum ermöglicht, eine maximale Flexibilität durch freie Dotierung ohne Restriktionen sichert, gezielt Pensionsrisiken reduziert werden, die Realisierung schnell und verwaltungsarm erfolgt und sich der Insolvenzschutz für Führungskräfte bzw. Personen mit Unternehmereigenschaft erweitert.

Einschränkend muß allerdings gesagt werden, daß aus Effizienzgründen sich eine Auslagerung von Pensionsverpflichtungen auf Grund des Verwaltungsaufwandes erst rechnet, wenn ein Vermögen - auch z.B. aus bereist vorhandenen Rückdeckungsversicherungen - von 500.000 EURO in das CTA eingebracht wird. Die weitere Ausfinanzierung der Pensionsverpflichtungen kann dann flexibel erfolgen.

3. Innovative Lösungen bei Neueinrichtung der betrieblichen Altersvorsorge für Gesellschafter-Geschäftsführer, Geschäftsführer und Führungskräfte

Ohne Zweifel hat der in der Überschrift genannte Personenkreis den größten Bedarf an Altersvorsorge, um den heutigen Lebensstandard auch im Alter zu halten. Dabei ist in Deutschland die unmittelbare Pensionszusage die mit Abstand bedeutendste Variante der betrieblichen Altersvorsorge, jedoch in nicht

einmal der Hälfte der Fälle mit entsprechendem Kapital gegenfinanziert. In vielen Unternehmen fehlt sogar die Kapitaldeckung ganz. Damit tickt für diese Unternehmen eine Zeitbombe, nicht nur für das Unternehmen selbst sondern auch vor allem für die Gesellschafter-Geschäftsführer, Geschäftsführer und Führungskräfte, die mit dem von der Firma gegebenen Rentenversprechen als Altersvorsorge rechnen.

Lösungsmöglichkeit Unterstützungskasse für laufende Beiträge

Der einfachste und sicherste Weg bei einer neuen betrieblichen Altersvorsorge ist die kongruent rückgedeckte Unterstützungskasse nach § 4d 1c EStG. Mit einer kongruent rückgedeckten Unterstützungskasse wird bei einer beitragsorientierten Zusage die volle Ausfinanzierung der Altersvorsorge gesichert.

Das Vermögen der Unterstützungskasse ist dem Unternehmen nicht zuzurechnen und die Versorgungsverpflichtungen sind 1:1 abgedeckt Von dem Passivierungswahlrecht kann auch nach neuem Recht Gebrauch gemacht werden. Damit erscheinen für das Unternehmen keine Verpflichtungen in der Bilanz. Die Beiträge/Dotierungen zur Unterstützungskasse stellen für das Unternehmen Betriebsausgaben dar und sind vom Grundsatz her in der Höhe nicht begrenzt. Allerdings sind bei einer an einen Gesellschafter-Geschäftsführer erteilten Zusage zahlreiche Kriterien zu beachten, damit diese durch den Fiskus auch anerkannt wird.

Die Unterstützungskasse übernimmt sämtliche Verwaltungsarbeiten sowie die Auszahlung der Leistungen an die Versorgungsempfänger, wodurch dem Unternehmen keine Verwaltungsarbeit entsteht. Auch für die laufende Entgeltumwandlung ist die Unterstützungskasse gerade für Leistungsträger eine interessante Möglichkeit, steueroptimiert Altersvorsorge zu betreiben. Durch die Verpfändung der Rückdeckungsversicherungen an den Bezugsberechtigten wird das Vermögen in der Unterstützungskasse insolvenzgesichert. Allerdings sind bei der Unterstützungskasse keine Einmalbeiträge - z.B. aus Tantieme-Zahlungen; Gewinnausschüttungen, einmaligem Gehaltsverzicht zu Gunsten einer betrieblichen Altersvorsorge - möglich.

Lösungsmöglichkeit CTA-Modell für Einmalbeiträge – das betriebliche Vorsorgekonto

Während die betriebliche Altersvorsorge durch regelmäßiges Ansparen eine wichtige und durch die damit verbundenen Steuerstundungs- und Zinseszinseffekte effiziente Säule der Altersvorsorge darstellt, kann diese steueroptimiert mit Einmalbeiträgen über ein betriebliches Vorsorgekonto ergänzt werden.

Grundsätzlich ist eine Entgeltumwandlung in unbegrenzter Höhe möglich. Sozialversicherungsfrei bleibt ein Umwandlungsbetrag bei Entgeltumwandlung von maximal 4 % der Beitragsbemessungsgrenze (BBG) der gesetzlichen Rentenversicherung. Bei Einkommen über der BBG oder freiwillig Versicherten ist diese Regelung jedoch unbeachtlich.

Die umgewandelten Beträge sind aus steuerlicher Sicht nicht zugeflossen, weil der Arbeitnehmer noch nicht darüber verfügen kann. Sie werden daher erst in der Rentenbezugszeit als nachträgliche Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit (§ 19 EStG) steuerpflichtig. Das bereits schon beschriebene Gruppen-CTA Modell stellt den einzig möglichen Weg dar, Tantieme-Zahlungen, Gewinnausschüttungen und einmalige Gehaltsverzicht steueroptimiert und ohne Bilanzverlängerung in eine betriebliche Altersvorsorge umzuwandeln.

Der Ablauf ist einfach: Ein Entgeltanspruch wird in eine betriebliche Altersvorsorge umgewandelt und als Einmalbeitrag in das Gruppen-CTA eingezahlt. Gleichzeitig wird in der Steuerbilanz eine Rückstellung für die Verpflichtung gebildet, die 1:1 mit der Kapitalanlage abgedeckt ist. Der Vermögenswert wird in die Steuerbilanz aufgenommen. In der Handelsbilanz jedoch erscheint die Pensionsverpflichtung nicht, da sie nach Inkrafttreten des BilMoG mit den Vermögenswerten im Gruppen-CTA saldiert wird.

Der Leistungsanwärter nutzt so einen langfristigen Steuerstundungs- und Zinseszinseffekt. Aus dem Gruppen-CTA fließen später die finaziellen Mittel für die Renten- bzw. Kapitalzahlung. Im Rahmen des Gruppen-CTA sind die umgewandelten Entgeltbeiträge für die Altersvorsorge über die gesetzlichen Grenzen des PSV hinaus sowie für Personen mit Unternehmereigenschaft gegen Insolvenz abgesichert. Ein Vorsorgekonto gegen Einmalbeitrag ist bereits ab 10.000 EURO möglich.

Fazit:

Auf Grund der weiteren internationalen Verflechtung der Volkswirtschaften und der damit verbundenen Harmonisierung der Bilanzierungsregeln müssen bisherige Ansätze der betrieblichen Altersvorsorge überdacht und Pensionsverpflichtungen neu justiert werden.

Dies betrifft genauso den Mittelstand, weil Banken bei der Kreditvergabe gegenüber Pensionsverpflichtungen sensibel sind. Im Rahmen der Unternehmensnachfolgeregelung bzw. des Unternehmensverkaufs will der neue Eigentümer den Betrieb meist ohne Pensionsverpflichtungen übernehmen.

Der demographische Wandel führt jedoch dazu, daß die betriebliche Altersvorsorge eine starke und sehr wichtige Säule der Alterssicherung darstellt. Gerade Leistungsträger haben den größten Bedarf an einer dem heutigen Lebensstandard adäquaten Alterssicherung. In diesem Spagat stellen innovative, moderne und flexible Lösungen - wie das CTA Modell - eine optimale Möglichkeit dar, diesen Anforderungen gerecht zu werden. Aber auch Bewährtes, wie die rückgedeckte Unterstützungskasse, werden den neuen Anforderungen bestens gerecht.

Zusammenfassung der Seite:

Direktversicherung - Unternehmerrente - Vermögensverwaltung

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